Kraus, Kanther und die Pol Pots der Pädagogik

- Image by lutzland via Flickr
Manchmal machen sie es einem wirklich leicht. Unsere nationalen Oberlehrer. Zu leicht. Wie zum Beispiel Josef Kraus, Deutsch und Sport, nebenbei noch Präsident des Deutschen Lehrerverbands und Autor schlaue Bücher.
Ein ganz ein strammer Max, der wahrscheinlich im Kohlenkeller noch Schatten wirft und “im hessischen Wahlkampf 1995 für den damaligen hessischen Spitzenkandidaten und ehemaligen Bundesinnenminister Manfred Kanther als dessen Schattenkultusminister auftrat (aus: Wikipedia).” Das sagt eigentlich schon alles. Remember Kantner?
War einer dieser skandalgeschüttelten Rechtspopulisten aus dem letzten Jahrhundert, ein vorbestrafter Politkrimineller, der lautstark von Recht und Ordnung sprach und haufenweise Leichen im Keller stapelte. Natürlich ein Christdemokrat, der brutalstmöglichst aufgeklärt und anschliessend still entsorgt wurde. Kraus befand sich also in allerbester Gesellschaft. Und heute?
Schwadroniert, bestenfalls geschützt von Artikel 5, in steinzeitlichen Dimensionen, gilt als ausgemachter Feind der Spaßpädagogik, ein eifriger Verfechter der reinen teutschen Sprache, dem wahrscheinlich schon die Schiefertafel suspekt ist. Hier eine Sammlung erheiternder Zitate:
Wer sich in einem Buch oder in einer Bibliothek nicht zurecht findet, der findet sich auch im Internet nicht zurecht …
Die Bedeutung des Computers im Unterricht wird überschätzt, die Euphorie ist gottlob verflogen. Viel wichtiger wäre es, das Lesen zu fördern …
Medienpädagogik heißt, vertraut machen mit allen neuen Medien. Was einen vernünftigen (asketischen) Umgang damit betrifft, so sind vor allem erst einmal die Eltern in der Pflicht …
Es wird über Lehrer nur dumm dahergelabert. Jetzt sage ich es mal ganz brutal: Man muss heute Lehrer als faule Säcke bezeichnen, um Bundeskanzler werden zu können …
Der Unterricht in der Schule muss für Eltern tabu sein, wir brauchen keine Väter und Mütter, die dem Lehrer beim Unterricht zuschauen. Meine Schule ist doch kein Zoo.
Naja, Karl Kraus war der deutschen Sprache mächtiger als der verhinderte Herr Zoodirektor und um nochmal pressetext zu zitieren: “Auch in Sachen medienpädagogischer Bildung zeigt sich Kraus eher zurückhaltend, was die Verantwortlichkeiten der Schule betrifft. … Ansonsten holten sich die Schulen abar auch immer häufiger Gastreferenten (z.B. Internetfahnder) in die Schule, damit diese vor Schülern die Gefahren des Internets demonstrieren.”
Wer schützt eigentlich die Schüler vor den Gefahren solcher Lehrer?
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