Home > Allgemein, educamp, social media > Schulmeister, Fleißkärtchen und Bildung als ein träger Tanker

Schulmeister, Fleißkärtchen und Bildung als ein träger Tanker

The Freedom of the Seas on Elbe River in Hambu...
Image via Wikipedia
Learntec, EduCamp Hamburg und im Nachklang noch die Ansichten zur Kommentarkultur in Weblogs von Rolf Schulmeister, selten so gelernt. Weniger gelacht. Was schade ist, wo doch die learning und die pleasure pathways im Gehirn weitgehend parallel verlaufen und Lernen ohne Emotionen

Ist pretty 20. century, sozusagen Lernen 1.0, was in seiner Polarisierung natürlich völliger Blödsinn ist (?) und an den ungeliebten, aber-einen-Nerv-getroffen-habenden Blogeintrag von JeanPol Martin, Educamp Hamburg, @Mons7 und die buttom-up guerilla, erinnert, insbesondere unter Berücksichtugung der (Stand 14. 02.) 131 Kommentare, wobei man die umgehend und neuronenmässig retour gefeuerten Kommentare von JPM abziehen, zumindest aber berücksichtigen sollte. Sonst noch was?

Life dabei

Ach ja, learntec und educamp habe ich dieses Jahr ausschliesslich virtuell verfolgt, wobei die erstere kaum, die zweite dafür umso intensiver im Bildungsraum Internet diskutiert wurde. Via  lifestream, threads und Kommentare, letztere waren ja auch Thema von Rolf Schumeister (siehe oben), der sich aus seiner, er würde wahrscheinlich sagen aus wissenschaftlicher Sicht, mit der Kommentarkultur in deutschen Edublogs beschäftigte. Das ist begrüssenswert, gut und notwendig, schliesslich gibt es auch entsprechende Arbeiten über Technokultur und -parties.

Insofern sind die analytischen Instrumente für die Auswertung von Weblogs, wie Rolf Schulmeister sie vorgelegt hat, ein wichtiger Schritt. Doch das akribische Auszählen der Beiträge erscheint mir methodisch eingeschränkt, weil es die Veränderungen der Wissenschaftskommunikation – auch durch Web 2.0 – , in denen wir uns befinden, kaum erfasst. Im nächsten Schritt, so wäre meine Überlegung, könnte man das Phänomen umfassender im Rahmen einer “Informations- und Kommunikationsökologie von Wissenschaftler/innen” in Zeiten von Web 2.0 untersuchen, um die Beziehung von Kommunikationwegen (und ihre Verschiebung) in der Wissenschaft genauer zu erfassen (Michael Kerres, learninglab) …

Parties analysieren ist also eine Sache, abzufeiern eine andere – und die Ethnologen haben ihr Instrumentarium in den letzten 50 Jahren ja auch verfeinern müssen. Laut gelacht hab ich deshalb bei der expliziten Nicht-Verlinkung auf JeanPols Beitrag in den educamp-Nachgedanken von Benjamin Jörissen (“waschechter Antiintellektualismus in dieser Szene”) und der Spannagel-Watschn des Oberschulmeisters, der auch auf der educamp-Fischbowle IMHO etwas zu know-that-been-there-bräsig daher kam. Besagtes Zitat aus der Kommentarkultur:

Die von Spannagel freimütig vorgebrachten Berichte über seine interaktiven Lehrversuchewirken so, als würde hier Hochschuldidaktik aus eigenem Erleben neu entstehen. Der Bezug zur eigenen Praxis,die spontan wirkende Reflexion, unbelastet durch pädagogische Theorien (allerdings auch unbelastet von vierzigJahren hochschuldidaktischer Forschung) — diese Faktoren mögen entscheidend dafür sein, warum sich zu diesenThemen so viele lobend, dankend und staunend äußern (die Kategorie Sozialbezug hat mit 89 die meistenKommentare). Viele Kommentare sind witzig, „kultig“, eine Art restringierter Code und unterscheiden sich darindeutlich von denen anderer Weblogs.
Christian ging in einem Blogbeitrag (Schulmeisters Ansichten) detailliert auf diesen Vorwurf ein, von da her gibts für Schulmeister hier nur Fleißkärtchen. Viel interessanter fand ich die daraus resultierenden Diskussion – und am innovativsten auf diesem Public Pad.

Relevanzfrage, Antiintellektualismus und unser akademischer Mittelbau

Den Vogel in Sachen Schulmeister hat auch hier wieder JeanPol abgeschossen, O-Ton Senior-Neuron: “Daher hatte ich einen Beitrag dazu verfasst. Andererseits muss ich mich disziplinieren (Relevanzfrage). Ich lösche also den Eintrag (nicht aber die Kommentare)!

Was die Relevanz angeht, ziehe ich in Sachen Theorie, Web und Lernen eine Reihe von englischen Autoren dem akademischen Mittelbau aus Deutschland immer wieder vor. Ich empfinde ihre Beiträge in der Regel mehr open minded, lesbarer und weitaus inspirierender. Und nicht so verbissen … womit wir wieder beim Thema Lernen und Emotionen wären. Warum geht es in Sachen Lernen immer so unlustig zu?

Schluß mit dem Spaßverbot!
Reblog this post [with Zemanta]

Popularity: 12% [?]

  • Share/Bookmark

lutzland Allgemein, educamp, social media , , , , , , ,

  1. Filterraum
    14. Februar 2010, 17:51 | #1

    ich hatte heut an jeanpol getwittert:

    “@jeanpol die lage ist zu ernst um witze zu machen”
    mit link zu diesem tollen artikel.

    http://twitter.com/Filterraum/statuses/9098255301

    lieber lutz, das war ein witz von mir, eine isoliert betrachtet dumme äußerung!

    cspannagel und jeanpol hatten sich den morgen darüber unterhalten, ob man persiflagen explizit kennzeichnen müsse. mein tweet entstand in diesem “fahrwasser”.

    ich sag so absurde sachen auch manchmal zu meinem sohn, um zu sehen ob er unterscheiden kann.

    da du mich fragtest wie mein tweet zu verstehen sei, muss man sich echt bezüglich seiner äußerungen überlegen ob andere den zusammenhang nachvollziehen können.

    also, das war eine äußerung wie wenn ich zu meinem sohnemann sag “hör sofort auf zu lachen. wir gehen zum lachen in den keller”

    ich bin bezüglich deines artikels ganz bei dir, wie sonst auch =)

    ach übrigens, kennst du dieses wie ich finde grandiose video?
    http://www.ted.com/talks/lang/.....ivity.html

  1. 14. Februar 2010, 13:36 | #1
  2. 14. Februar 2010, 13:46 | #2
  3. 15. Februar 2010, 00:49 | #3
  4. 15. Februar 2010, 10:06 | #4
  5. 16. Februar 2010, 08:53 | #5
  6. 16. Februar 2010, 14:13 | #6
Du musst Dich anmelden um einen Kommentar zu schreiben