Im dritten Teil geht es um die Peter Kruse und die FAZ, um Verteilungskämpfe und Skandälchen, den Wandel der Presselanschaft vom Stadtwald zum Wildwuchs, die linken Tricks der Verleger und … am besten, Sie schauen selbst rein, denn hier gibt´s was auf die Ohren! Bei Neues Aus Freising, dem dritten Teil des Mai/Juni Tryptichons, diesmal mit vorgeschaltetem Teaser und das nächste Mal wieder mit Martin Lindner. Sowieso!
Martin Lindner, so das aktuelle Update zum Clip, ist “@thorstena sehr dankbar, dass er mein mündliches gestammel in eine schriftliche form gebracht hast, mit der ich selbst etwas anfangen kann. ja, das wollte ich eigentlich sagen, glaube ich. was ich selbst da idiosynkratisch suche, sind offenbar intellektuelle (ja, post-akademiker wie mich), die im web und in den formen des web über das web als kulturrevolutionären epochenbruch nachdenken. und die so gut schreiben können, dass dadurch so etwas wie eine kettenreaktion kollektiver erkenntnis in gang kommen könnte, wie sie mich in der angelsächsischen blogosphere seit jahren begeistert.”
Die deutschsprachige Blogosphäre ist ein Dorf, der Webdiskurs, der in ihr stattfindet, ist lausig, und überhaupt sind uns in dieser Hinsicht gerade die Angelsachsen weit voraus. Das findet nicht nur Martin Lindner, doch die “Sphinx von der Isar” hat das Offensichtliche einfach mal deutlich ausgesprochen.
Und Namen genannt, was die Sache natürlich interessant macht: Es sei erstaunlich, dass in Deutschland allein Sascha Lobo und Mario Sixtus in ihrer Rolle anerkannt seien, dem Mainstream das Internet zu erklären. Bemerkenswert sei auch, dassPeter Kruse, der sich mit seinem bejubelten re:publica-Vortrag sowie einemgemeinsam mit Sixtus und Lobo absolvierten TV-Auftritt ebenfalls in einer solchen Rolle wiederfinde, genauso wie die beiden erstgenannten optisch ziemlich schräg daherkomme.
“Hierzulande muss man sich als Freak verkleiden, um Stimme des Web sein zu können“, sagt Lindner deshalb – und angesichts der Bedeutung, die die digitale Revolution unbestritten besitzt, sei das kaum zu glauben.
Doch nicht nur dem Mainstream gegenüber, auch innerhalb der Netzgemeinde sieht Lindner hinsichtlich der Debattenkultur und der inhaltlichen Tiefe Defizite. Allerdings gebe es durchaus viel versprechende Ansätze: Via Twitter (@martinlindner) nannte er aus einem “idiosynkratischen Gefühl” heraus einige Namen, die in seinen Augen für einen neuen Zugang zu Netzthemen in deutscher Sprache stehen: Christian Heller (@plomlompom), Felix Neumann (@fxneumann), Michael Seemann (@mspro) und Markus Spath (@hackr).
Interessant dabei ist, dass Lindners Namensreihe offenbar eher durch sprachliche als durch inhaltliche Eigenheiten zustande gekommen ist, wie im folgenden, höchst unterhaltsamen Videointerview mit Lutz Berger gut nachzuvollziehen ist. Tenor: Eine deutsche Websprache mit ganz eigenem Zungenschlag sei bislang nur in Ansätzen zu erkennen. (Interessante Analogie: In dieser Hinsicht gehe es ihr heute so ähnlich wie ehedem den deutschen Popmusiktexten auf ihrem langen Weg von Drafi Deutscher zu Tocotronic.) … weiterlesen >>
Im zweiten Teil geht es um die Kultur der deutschen Webdiskussion (und warum man dazu ein Freak sein muss), die Rolle der Popmusik, warum Marmor, Stein und Eisen bricht, intellektuelle-Zwischenkulturen in Amerika, informelles Videodesign – und alles fein abgeschmeckt mit vielen bunten Bildern.
Im ersten Teil geht es Wandel und die Unsichtbarkeit der Veränderungen an der Oberfläche, um Zwangsläufigkeit, Kunst und Rhythmen des Neuanfangs, die Unterschiede angelsächsischer und deutscher Webdiskussion, um Identität anhand von Blogs, Popmusik und Podcasts. Wobei sich ein intensives Reinhören selbstredend und sowieso immer lohnt!
Aus meiner youtube-Beschreibung: Immer wieder geraten wir in “Neues aus Freising” auf das eine oder andere Abstellgleis, das sich im weiteren Verlauf zu einer veritablen Hauptstecke entwickeln kann – oder auf Nebenschauplätzen verläuft. Aus diesen und anderen Gedankenspilittern besteht die erste Folge des Mai-Juni-Interviews, grossartig, daß Martin Lindner sich beim Verfertigen von Gedanken zuschauen lässt, andere Interviewpartner vermeiden das wie der Teufel das Weihwasser, in diesem Sinne: Der Rede wert!
Und nächste Woche geht es dann mit dem 2. Teil weiter, geniessen Sie die ersten Sommertage, stay tuned und vergessen Sie nicht Ihre Wertung: Wenn schon kein Geld, dann wenigstens Applaus. Danke!
Kaum aufgenommen – schon wieder unterwegs. Da wollte ich zumindest auf die Schnelle mal einen Teaser produziert haben. Gut so, denn das hatten wir noch nicht, deshalb hier und heute: Der Teaser zur nächsten Folge von “Neues aus Freising”.
Es geht um die FAZ und Peter Kruse, den Rückzug von Christian Spannagel (keine Sirge, hat nur die Angriffsrichtung geändert), es geht um ales, was sonst? Aber sehen Sie selbst! Zum Beispiel hochauflösend und in bildschirmfüllenden Format, denn Skype-Interviews werden immer besser, ein Vergnügen!
Das ist es mir immer wieder mit Martin Lindner, aber jetzt pack ich erstmal die Cam und den Laptop ein und bin dann mal kurz web!
Karlheinz Pape geht in seinem Blog “Training und Wissensmanagement” detailliert auf Teil 1 der Nullerjahre/Neues aus Freising ein. Das freut natürlich, zumal diese Folge (in drei Teilen) bisher bereits auf 800 Abrufe kommt und gerade rechtzeitig zu seinem heutigen Auftritt auf der Learntec. Also, aus dem Beitrag mit dem Titel “Was ist eigentlich Bildung” ein kurzes Zitat, mehr darüber bei Karlheinz Pape himself:
Schon vor einiger Zeit habe ich ein interessantes Video-Interview von Lutz Berger mit Martin Lindner gefunden, in dem Martin Lindner etwa von Minute 17 bis Minute 20 eine aus meiner Sicht sehr schöne Erklärung abgibt zum Bildungsbegriff. Die wichtigsten Passagen daraus möchte ich hier weitgehend wörtlich zitieren:
Martin Lindner zu Bildung: „Das Thema zuckt: Das Wort Bildung scheint irgendwas zu bezeichnen, das alle für wichtig halten – mit dem Problem, das nicht wirklich klar ist, was Bildung eigentlich sein soll. Also man spricht immer nur darüber, dass Bildung wichtig ist. Da steckt irgendein versteckter Begriff drin, den man erst herausholen müsste, den die Leute dabei zu Grunde legen – aber der ist mir selber auch nicht klar.“
Martin Lindner beschreibt damit aus meiner Sicht sehr treffend, die schwierige Situation. Wenn nicht klar ist, was man eigentlich meint, dann ist es praktisch unmöglich einen gesellschaftlichen Konsens für zielgerichtete Veränderungen zu finden. Auf die Frage, wie er denn Bildung definieren würde, antwortet Martin Lindner:
„Bildung würde an dieser Stelle erstmal „sich bilden“ heißen. Also man muss sich erst mal klar machen, dass Bildung, so wie wir es gewohnt sind zu verwenden, ja eine Art abgeschlossenes, letztlich von oben geleitetes Unternehmen ist. Bildung ist sozusagen etwas, was man erhält, um das man nachsucht, und das einem dann gewährt wird. „Sich bilden“ – und das ist die eigentliche Bedeutung des deutschen idealistischen Bildungsbegriffs, der auf Goethe zurückgeht und auf Goethes Zeitgenossen, da geht es um „sich“ bilden. Also tatsächlich um Individuen, die ihre natürlichen Anlagen, die in ihnen schlummern „ausbilden“. Das ist die ursprüngliche Bedeutung, also etwas Dynamisches, etwas entfalten, was schon da ist, und zwar von innen nach außen, von unten nach oben. Und das ist im Bildungsbegriff ja komplett verloren gegangen. Da kommen wir wieder hin. Also, so gesehen gefällt mir der alte deutsche Bildungsbegriff eigentlich nicht schlecht, da steckt schon Einiges drin, was man wieder brauchen kann.“
Im dritten und letzten Teil – schließlich sind wir schon voll in der neuen Dekade angekommen – gibt´s noch einmal Martin Lindner im Rückblick auf die Nullerjahre pur: Via Skype (wie immer) und geistreich (sowieso!) geht es auch diesmal um Bildung, BRD und #unibrennt – putting out the fire with gasoline!
Weil´s so gut ist und mir so gut gefällt, Premiere: Zum zweiten Mal! Immer wieder nehmen wir uns vor, uns kurz zu fassen. Doch wie sollen wir wissen was wir denken, bevor wir hören was wir sagen? Also hören Sie doch mal beim Entstehen der Gedanken beim Reden zu, bzw. belauschen Sie diesen Prozess bei Martin Lindner, der mich nicht nur diesbezüglich immer wieder fasziniert. Wow, der Man hat was zu sagen: Hier ist das Medium, hier ist seine Botschaft. Den 1. Teil des Interviews finden Sie übrigens hier.
Kleinkarierter können Fragen nicht sein, grossformatiger nicht die Antworten: Bindung? Bildung? Academia? Nullerjahre? Und schon wieder schnappt Martin Lindner´s Rätselfalle zu.
Erster Teil eins des Tryptichons zwischen zwei Jahrzehnten, praxisgerecht verpackt in dreimal rund zehn Minuten, ARTgerecht für die 10 Kilobyte Arbeitsspeicher zwischen Ihren Ohren: stay tuned!
In diesem Kontext erscheint auch die Krötenwanderung in neuem Licht (P2P Kreditsyseme, nachhaltig orientierte Banken usw.) und es drängen, Sharism schonn mal vorweg genommen, sich Erkenntnisse wie diese auf: Putzkräfte leisten mehr für die Gesellschaft als Banker. Hartgesottene Geeks greifen indessen zum Gardner Orakel, Zeitungsleser zu Sascha Lobo. Aber das war ja erst der erste Teil: stay tuned!
Meine regelmässigen Lagerfeuergelage mit Martin Lindner, angeskyped, sind in meinem lifestream längst zu einer Art Traditionseiche geworden. Er ist ein genialer Gesprächspartner und …
In dieser Folge geht es um die von ihm und Basti Hirsch veranstalteten Berliner Unkonferenz Die Bildung hacken – und natürlich um den superhit Obtober 09:#unibrennt, hier die Webseite zur ersten digital-europäischen Studentenrevolte, die ihre Medien autonom-spontan selbst vernetzte und auf blogs, twitter, facebook und ustream 24/7 in ihrer Zielgruppe und darüber hinaus präsent ist.
Eine der paradoxen Folgen der spontanen, besser: selbstverständlichen Medienstrategie: die traditionellen Medien bekamen die Revolte kaum mit, weil sich nicht wie gewohnt eine Zeitung auf die andere beruft – diesmal war das Netz um Lichtjahre schneller. Ausnahme: telepolis!
THE REVOLUTION WILL NOT BE TELEVISED!
#unibrennt als Katalysator, bei der Gelegenheit sei auf die GEILE e-Video Online-Konferenz 2008mit Martin Lindner verwiesen, in der er (samt Diskussion) auf das Thema microlearning eingeht: Schwarzbrot! Und damit unbedingt einpacken! Auch wegen der Gastgeberin Anja Wagner, chapeau!