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Archiv für die Kategorie ‘social media’

Der schon wieder: Josef Graus erhebt sein Stimmchen

3. März 2010
lehrer spinnen
Image by Marek Joschko via Flickr

Ich hab ja mit Microsoft so meine Probleme. Eins davon heißt Betriebssystem. Aber das kann man ja wechseln. Und wenn MS auf der CEBIT das digitale Klassenzimmer vorstellt, dann … geht´s auch besser und billiger. Viel b & b. So weit so gut …

Aber es kommt fast zu einem Akt unfreilwilliger Solidarität, wenn sich der DAU Josef Graus (das “K” wie Komiker zu Beginn des Nachnamens wird hier in Zukunft vom Trainer aus guten Gründen ausgewechselt) des Themas annimmt, was sich dann so liest:

Bonn, 02.03.2010 Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL) hat der jüngsten, von Microsoft in Auftrag gegebenen Umfrage zur Bedeutung des Computers im Schulunterricht widersprochen. Wörtlich sagte Josef Kraus:

“Alleine der hinter der Umfrage stehende Auftraggeber Microsoft lässt ein interessengeleitetes Ergebnis erwarten. Als repräsentativ kann diese Umfrage wohl nicht gelten. Es ist keineswegs so, dass die Schüler der allgemeinbildenden Schulen im Unterricht zu wenig mit dem Computer zu tun haben.

Viel wichtiger wäre es zudem, wenn die Schulen mit dem gleichen Engagement und mit den gleichen Mitteln wie für die Computerisierung mit guten Schulbibliotheken ausgestattet würden. Denn das Entscheidende an schulischer Bildung ist, dass junge Leute statt rudimentärer, medial aufbereiteter Häppcheninformation und Häppchenkommunikation eine umfassende Schulung in der Sprache und in der Unterscheidung von wichtiger und unwichtiger Information erfahren. Dazu gehört gerade auch die Auseinandersetzung mit großen, zeitlosen Werken der Geistesgeschichte.

Falls Eltern hier anders denken, so müssen sie sich fragen lassen, ob sie von schulischer Bildung nicht mehr erwarten als Just-in-time-Info und Download-Knowledge.”

Ich möchte nicht wissen, wie viele Generationen von Pennälern von der Auseinandersetzung mit den “großen, zeitlosen Werken der Geistesgeschichte (in die Josef Graus nicht mal als Fußnote eingehen wird) durch die Schule abgeschreckt wurden. Und was ist bitteschön “Download-Knowledge”? Klingt verdächtig nach “Häppcheninformation”. Und den Rest kann man sich sowieso schenken … krausiges Graus-Geblubbere.

Abschliessend und als Vater eines Zweitklässlers: Mag sein, daß Graus ein guter Lehrer ist, bei dem mein Sohn viel lernen würde und ihn vielleicht sogar schätzt und mag. Ich tus jedenfalls nicht. Weil er ein Teil des Problems ist und nicht der Lösung. Ich bin für umgehende Pensionierung und Enthebung aller Ämter – bis auf das des CSU-Ortsvorsitzenden. In dieser Funktion kann er dann bei Jeanpol reinschauen (der sitzt im Grünenbüro gegenüber) und lernen, wie man einen Computer anschaltet. Oder sich über Philosophie unterhalten. Hauptsache schadstofffrei!

Mann, der nervt vielleicht!

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Manifest gegen die Frühaufsteherdiktatur

3. März 2010

Da schliess ich mich doch aus vollem Herzen und tiefster Überzeugung an: Gentlemen walk, but never run – und stehen nicht vor 10 Uhr auf. Hier das Manifest – Lehrer und Schüler zur Nachahmung empfohlen!

Manifest gegen die Frühaufsteherdiktatur

§1 Linkshirnextremisten halten den Normalarbeitstag nicht für normal.

§2 Niemand hat das Recht, anderen Menschen seinen Biorhythmus aufzuzwingen.

§2.1 Oder ihn überhaupt für normal zu halten.

§2.2 Zuwiderhandlung gehört mit Schlafentzug nicht unter drei Stunden pro Nacht bestraft.

§3 Jeder Mensch hat das Recht, aufzustehen und schlafen zu gehen, wann es ihm oder ihr paßt.

§4 Die Frühaufsteherdiktatur ist der perfide Versuch, die tendenziell höhere Lebenserwartung von Nachtmenschen herabzusetzen*).

§5 Ausschlafen ist Menschenrecht.

§5.1 Ebenso wie das Recht, seine Abende und Wochenenden sinnvoller zu füllen als nur mit Schlaf nachholen.

§6 Frühaufstehen ist doof.

§7 Erdbeben, die die Tageslänge herabsetzen, lehnen wir prinzipiell ab.

§8 Und diese dämliche Sommerzeit gehört ohnehin verboten.

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Drei *** für eine neue Pädagogik in einem neuen Zeitalter

1. März 2010

Einfach gut, was Steve Wheeler da zusammen getragen hat! Danke für den Hinweis-Tweet von Dennis Schaeffer, der es wiederum auf den Trainingskonzepten von Ellen Trude gefunden hat, wo wiederum Lisa Rosa einen lesenswerten Kommentar gepostet hat – und so geht das munter weiter, heute und morgen im Internet als Bildungsraum …

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Information Management

1. März 2010

Suchende Schwarmintelligenz oder stupide Selbstbefriedigung?

28. Februar 2010



Selbstbefriedigung? Aber hallo! Das ist natürlich eine Frage, auf die ich gerne eingehe und die mich zu einer Antwort geradezu provoziert. Selbstbefriedigung – Liebe an und für sich, das bringt mich in direkter Linie zu den AMATEUREN und damit denjenigen, die ihr Fach LIEBEN. Im Gegensatz zu Edu-Funktionären, welche meist in ihren Ergüssen die Exaktheit romantisieren und deswegen unter Mathematiklehrern und Medienpädagogen so beliebt sind.

Seit der Quantenmechanik wissen wir aber, daß das beobachtete Objekt vom beobachtenden Objekt nicht zu trennen ist und bereits der Akt der Beobachtung jegliche Messung beeinflusst. Dazu paßt der heute im Tweetuniversum kursierende Bericht aus der NZZ, den ich mal hier als Zitat kurz reinstelle: On Sunday 28th February 2010, @mwoodtli said:

Was macht Lehrer gut?

“Als wichtigster Erfolgsfaktor nennt Ripley die Lebenszufriedenheit des Lehrers. Wer in überdurchschnittlichem Mass darüber verfügt, verbessert die Erfolgschancen seiner Schüler um 43 Prozent. Schon an zweiter Stelle folgt die Ausdauer. Lehrer, die langfristige Ziele hartnäckiger verfolgen als der Durchschnitt, bringen 31 Prozent mehr Schüler durchs Examen. Ebenfalls stark ins Gewicht fallen Erfolge in der Vergangenheit: Lehrer, die selbst gute Schüler waren, führen Schüler weit; Lehrer, die mittelmässige Schüler waren, sich aber zu guten Schülern entwickelten, führen Schüler noch weiter. Hilfreich ist auch Führungserfahrung, etwa das erfolgreiche Coaching eine Juniorenmannschaft. Hingegen ist Fachwissen zweitrangig, jedenfalls in nichtmathematischen Fächern. Und den Master in Pädagogik können sich die Kandidaten ebenfalls schenken.” (NZZ am Sonntag, S. 69, Studien der Organisation: “Teach for America”)

Mein Gott wie simpel! Glückliche Hühner legen glückliche Eier … das ist natürlich nichts, was die hohen Gehälter von Extremdenkern und ProfiPädaogen an deutschen Hochschulen rechtfertigt. Andererseits – der schwache Stand der deutschen Bildung rechtfertigt sie auch nicht … es geht mir mit ihnen wie mit den Volkswirtschaftlern und Wirtschaftsjournalisten, die uns nicht vor den diversen Bankenkrisen gewarnt haben: Fachleute für Fragen von gestern, ohne Antworten auf Fragen von heute, aber gut organisiert in ihrer gut organisierten Verantwortungslosigkeit.

Und deswegen empfinde ich die hier zuvor gecoverte Diskussion und liebevolle Weiterverlinkung der Diskussionsstränge auch nicht als Selbstbeweihräucherung oder -befriedigung, sondern als Ausdruck eines tastenden Suchens … eines hohen Engagements und Ausdruck eines tiefen Bedürfnis .. auch für “die im Zeitalter der “stringenten Organisation” alt Gewordenen (Hosi 1709 über Hosi 1709).

Kinder an die Macht!

Der Tweet kam Stunden später, während eines etwas schwachen Tatorts (gute Musik und Kameraführung), man sieht: Die Wüste lebt, Kommunikation ist das, was zurück kommt – und so geht ein munteres Wochenende zu Ende.

Danke an alle Beteiligten!

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Gemeinsame Wissenskonstruktion in Blogs: Was ist Bildung?

28. Februar 2010
Artikelbilder_virtgemeinsch.jpg

Image by lutzland via Flickr

Vor einigen Tagen habe ich hier eine interessante Definition von Bildung hier gepostet, von Martin Lindner zusammengefaßt, die sich auf eine der Videobotschaften von, nein, nicht Osama Bin Laden, sondern von Jeanpol Martin bezog und da lautete:

“Bildung ist das gemeinsame Erstellen von Konzepten, um mit einströmenden Daten gelassen umgehen zu können, wobei es gilt, diese Konzepte flüssig und beweglich zu halten.”

Lazy Sunday?

Und heute morgen/mittag schickt mir JPM folgenden Tweet @lutzland ich bilde mir ein, dass hier ein neues format ensteht: kollektive erstellung einer definition im blog: http://tinyurl.com/yz8t6fw

Und tatsächlich, wieder einmal schwärmen die Bildungsbürger (man könnte auch sagen “die üblichen Verdächtigen”) aus und es kommt zu einer kollektiven Wissensbildung, deren nächste Stationen in besagtem Thread wie folgt lauten:

2. Herr Larbig empfiehlt mir am 28. Februar 2010 um 04:25, die Handlungsrelevanz der Konzepte stärker zu betonen. Also: Neuester Stand der Definition von Bildung:

Bildung ist das gemeinsame Erstellen von Konzepten, die erlauben, mit einströmenden Daten gelassen umzugehen, wobei es gilt, diese Konzepte flüssig und beweglich zu halten. Die neuerstellten Konzepte ermöglichen die Planung und Durchführung von weiteren Handlungen.”

3. Adi Kreft vermisst am 28. Februar 2010 um 09:40 das explorative Element in der Definition.

Also: Bildung ist das gemeinsame Erstellen von Konzepten, die erlauben, mit einströmenden Daten gelassen umzugehen, wobei es gilt, diese Konzepte flüssig und beweglich zu halten. Die neuerstellten Konzepte ermöglichen die Planung und Durchführung von weiteren Handlungen. Sie schaffen die Sicherheit, die notwendig ist, um unbekannte Felder zu betreten, in denen neues Wissen generiert wird.

Flach spielen, hoch gewinnen

Und so geht es munter weiter, Martin Lindner flankt den Ball zurück, weit über die Mittellinie und tief in den gegnerischen Strafraum, wo @apanat ihn souverän verwandelt:

“Bleibt freilich noch das Lob der konzeptlosen Datenverarbeitung im Gegensatz zur konzeptgesteuerten und die bange Frage: Wird nicht alles schlechter, wenn ein Konzept da ist? Oder ist das die Voraussetzung zum Handeln? (Immer mit Goethes Wort im Ohr: “Der Handelnde ist immer gewissenlos, es hat niemand Gewissen als der Betrachtende.”)

Tja, eine gute Frage, aber es bleibt kaum Zeit zum Nachdenken, denn auf der Lernspielwiese wird die Diskussion spontan aufgegriffen und weitergesponnen: ” … Bildung ist (für mich) eine geistige Haltung. Die Haltung, alles was ich wahrnehme/mit was ich konfrontiert bin oder mit dem ich mich konfrontiere zunächst einmal anzunehmen, mir Alternativen zu meiner (spontanen) Interpretation dieser auszudenken und mir auch Alternativen (durch einen Perspektivwechsel) von der Wahrnehmung selbst zu beschaffen. Dazu brauche ich andere Menschen, die ich zum Dank an der einen oder anderen Alternativ-Interpretation teilhaben lasse. …”

Aktueller Spielstand

Doch zurück zu JPMartin, dort hadert Herr Larbig mit dem aktuellen Stand (“Ich bin mit dieser Definition von Bildung als Konzeptbildung nicht ganz einverstanden. Das kann natürlich an meinem Verstehen deines Beitrages liegen …”) und greift den Ball erneut auf und dribbelt Richtung Tor. Das macht er mit theoretischem Tiefgang, so daß JPM nicht anders kann als zu kontern “… Genauso sehe ich es auch. Vielen Dank für den Hinweis, ich werde meinen Blogbeitrag entsprechend ergänzen.

Aber es kommt keine Ruhe ins Spiel, Adi Kraft wirft wirft berechtigten Ecke ein “Und wo bleibt die Bildung durch TRY FAIL LEARN als Schleife? Wie will ich Erstbesteigung von 8000-ern erreichen, wenn ich neben Konzepten (ja) zusätzlich situatives Handeln brauche?”

Ja, wo bleibt sie nur? JPM: “Das ist doch in der definition drinnen: du begehst unbekannte felder und in diesen schaffst du neue konzepte. Schau hier: http://jeanpol.wordpress.com/2009/04/22/konzeptualisieren-und-personalisieren/

Darauf Adi Kreft, am 28. Februar 2010 um 09:55 “@jean mein kommentar bezog sich auf dein video. deinem hinweis stimme ich vollkommen zu. sorry, daß ich es übersehen habe…. Und keine zwei Minuten später feuert das bekannte BildungsNeuron jean-pol martin, zurück: “@Adi No problem! Wenn du es übersehen hast, dann wird es auch für andere der Fall sein. Daher: danke für den Tipp!” Das nenn ich

Kommentarkultur!

Und die Diskusion geht weiter, Oberkybernetiker Filterraum meldet sich zu Wort und stellt sich im Kreis auf: “hier sollte es aber vermutlich um Den bildungsbegriff hinsichtlich des prozesses des menschwerdens gehen. oder geht es um eine allgemeine definition des bildungsbegriffs? wie auch immer, nach dem ich mir zum wiederholten mal den begriff “bildung” und “konzept” in der wikipedia angeschaut habe, ohne nennenswerte neue erkenntnisse zu erlangen, schaute ich mir mal die von jeanpol angesprochene differenzierung von konzeptgesteuerter informationsverarbeitung vers. daten gesteuerter informationsverarbeitung etwas genauer an …”

Bildungsraum Internet

So geht es also Sonntag Mittag im Bildungsraum Internet zu, es wird gelernt und kollektiv konstruiert auf Tefel komm raus, ich verabschiede mich jetzt mal für ein paar Minuten und gehe eine Runde spazieren, ein sinniges Sturmtief fegt gerade über Deutschland hinweg, sorgt buchstäblich für frischen Wind (in der Bildungsdiskussion) und steht für die Tatsache, daß nichts eine idee aufhalten kann, deren Zeit gekommen ist:

Stay tuned!

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Was ist Bildung?

26. Februar 2010

“Bildung ist das gemeinsame Erstellen von Konzepten, um mit einströmenden Daten gelassen umgehen zu können, wobei es gilt, diese Konzepte flüssig und beweglich zu halten (Jeanpol Martin).”

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Clay Shirky: “It’s Not Information Overload. It’s Filter Failure.”

18. Februar 2010

Ich bin bekennender Fan von “Clay Shirky (* 1964) ist ein US-amerikanischer Redner, Autor und Berater zum Thema Internet. Er unterrichtet Neue Medien als Assistenzprofessor im Rahmen des Interactive Telecommunications Program an der New York University. Sein Unterricht umfasst unter anderem die Effekte der Netzwerktopologien von sozialen Netzwerken und die Frage, wie das Internet menschliche Beziehungen, Kommunikation und Gesellschaft verändert (Quelle: Wikipedia) …”

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Berger zitiert Spannagel, Larbig kommentiert Schulmeister

16. Februar 2010
The content of the parameter file for Ultra Fr...

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OK, Blogs sind string+copy und ich bediene mich heute morgen gleich zweimal der Massenkommunikationmedien – und zwar kopiere ich einen Artikel, der wiederum auf einen Artikel verweist, Spannagel zu Larbig und all das aus gutem Grund, den ich nicht besser hätte formulieren können:

Das mache ich in meinem Weblog selten, in diesem Fall ist es aber angebracht: Ich verweise “lediglich” auf einen Weblog-Artikel mit dem Hinweis, dass dieser unbedingt gelesen werden muss: Herr Larbigs Kommentar zur Schulmeister-Debatte. Unbedingt zu Ende lesen, denn dort macht Herr Larbig etwas wirklich Grandioses!

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Schulmeister, Fleißkärtchen und Bildung als ein träger Tanker

14. Februar 2010
The Freedom of the Seas on Elbe River in Hambu...
Image via Wikipedia
Learntec, EduCamp Hamburg und im Nachklang noch die Ansichten zur Kommentarkultur in Weblogs von Rolf Schulmeister, selten so gelernt. Weniger gelacht. Was schade ist, wo doch die learning und die pleasure pathways im Gehirn weitgehend parallel verlaufen und Lernen ohne Emotionen

Ist pretty 20. century, sozusagen Lernen 1.0, was in seiner Polarisierung natürlich völliger Blödsinn ist (?) und an den ungeliebten, aber-einen-Nerv-getroffen-habenden Blogeintrag von JeanPol Martin, Educamp Hamburg, @Mons7 und die buttom-up guerilla, erinnert, insbesondere unter Berücksichtugung der (Stand 14. 02.) 131 Kommentare, wobei man die umgehend und neuronenmässig retour gefeuerten Kommentare von JPM abziehen, zumindest aber berücksichtigen sollte. Sonst noch was?

Life dabei

Ach ja, learntec und educamp habe ich dieses Jahr ausschliesslich virtuell verfolgt, wobei die erstere kaum, die zweite dafür umso intensiver im Bildungsraum Internet diskutiert wurde. Via  lifestream, threads und Kommentare, letztere waren ja auch Thema von Rolf Schumeister (siehe oben), der sich aus seiner, er würde wahrscheinlich sagen aus wissenschaftlicher Sicht, mit der Kommentarkultur in deutschen Edublogs beschäftigte. Das ist begrüssenswert, gut und notwendig, schliesslich gibt es auch entsprechende Arbeiten über Technokultur und -parties.

Insofern sind die analytischen Instrumente für die Auswertung von Weblogs, wie Rolf Schulmeister sie vorgelegt hat, ein wichtiger Schritt. Doch das akribische Auszählen der Beiträge erscheint mir methodisch eingeschränkt, weil es die Veränderungen der Wissenschaftskommunikation – auch durch Web 2.0 – , in denen wir uns befinden, kaum erfasst. Im nächsten Schritt, so wäre meine Überlegung, könnte man das Phänomen umfassender im Rahmen einer “Informations- und Kommunikationsökologie von Wissenschaftler/innen” in Zeiten von Web 2.0 untersuchen, um die Beziehung von Kommunikationwegen (und ihre Verschiebung) in der Wissenschaft genauer zu erfassen (Michael Kerres, learninglab) …

Parties analysieren ist also eine Sache, abzufeiern eine andere – und die Ethnologen haben ihr Instrumentarium in den letzten 50 Jahren ja auch verfeinern müssen. Laut gelacht hab ich deshalb bei der expliziten Nicht-Verlinkung auf JeanPols Beitrag in den educamp-Nachgedanken von Benjamin Jörissen (“waschechter Antiintellektualismus in dieser Szene”) und der Spannagel-Watschn des Oberschulmeisters, der auch auf der educamp-Fischbowle IMHO etwas zu know-that-been-there-bräsig daher kam. Besagtes Zitat aus der Kommentarkultur:

Die von Spannagel freimütig vorgebrachten Berichte über seine interaktiven Lehrversuchewirken so, als würde hier Hochschuldidaktik aus eigenem Erleben neu entstehen. Der Bezug zur eigenen Praxis,die spontan wirkende Reflexion, unbelastet durch pädagogische Theorien (allerdings auch unbelastet von vierzigJahren hochschuldidaktischer Forschung) — diese Faktoren mögen entscheidend dafür sein, warum sich zu diesenThemen so viele lobend, dankend und staunend äußern (die Kategorie Sozialbezug hat mit 89 die meistenKommentare). Viele Kommentare sind witzig, „kultig“, eine Art restringierter Code und unterscheiden sich darindeutlich von denen anderer Weblogs.
Christian ging in einem Blogbeitrag (Schulmeisters Ansichten) detailliert auf diesen Vorwurf ein, von da her gibts für Schulmeister hier nur Fleißkärtchen. Viel interessanter fand ich die daraus resultierenden Diskussion – und am innovativsten auf diesem Public Pad.

Relevanzfrage, Antiintellektualismus und unser akademischer Mittelbau

Den Vogel in Sachen Schulmeister hat auch hier wieder JeanPol abgeschossen, O-Ton Senior-Neuron: “Daher hatte ich einen Beitrag dazu verfasst. Andererseits muss ich mich disziplinieren (Relevanzfrage). Ich lösche also den Eintrag (nicht aber die Kommentare)!

Was die Relevanz angeht, ziehe ich in Sachen Theorie, Web und Lernen eine Reihe von englischen Autoren dem akademischen Mittelbau aus Deutschland immer wieder vor. Ich empfinde ihre Beiträge in der Regel mehr open minded, lesbarer und weitaus inspirierender. Und nicht so verbissen … womit wir wieder beim Thema Lernen und Emotionen wären. Warum geht es in Sachen Lernen immer so unlustig zu?

Schluß mit dem Spaßverbot!
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