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Karlheinz Pape über Martin Lindner: Detailliert!

3. Februar 2010
Martin Lindner
Image by TonZ via Flickr

Karlheinz Pape geht in seinem Blog “Training und Wissensmanagement” detailliert auf Teil 1 der Nullerjahre/Neues aus Freising ein. Das freut natürlich, zumal diese Folge (in drei Teilen) bisher bereits auf 800 Abrufe kommt und gerade rechtzeitig zu seinem heutigen Auftritt auf der Learntec. Also, aus dem Beitrag mit dem Titel “Was ist eigentlich Bildung” ein kurzes Zitat, mehr darüber bei Karlheinz Pape himself:

Schon vor einiger Zeit habe ich ein interessantes Video-Interview von Lutz Berger mit Martin Lindner gefunden, in dem Martin Lindner etwa von Minute 17 bis Minute 20 eine aus meiner Sicht sehr schöne Erklärung abgibt zum Bildungsbegriff. Die wichtigsten Passagen daraus möchte ich hier weitgehend wörtlich zitieren:

Martin Lindner zu Bildung: „Das Thema zuckt: Das Wort Bildung scheint irgendwas zu bezeichnen, das alle für wichtig halten – mit dem Problem, das nicht wirklich klar ist, was Bildung eigentlich sein soll. Also man spricht immer nur darüber, dass Bildung wichtig ist. Da steckt irgendein versteckter Begriff drin, den man erst herausholen müsste, den die Leute dabei zu Grunde legen – aber der ist mir selber auch nicht klar.“

Martin Lindner beschreibt damit aus meiner Sicht sehr treffend, die schwierige Situation. Wenn nicht klar ist, was man eigentlich meint, dann ist es praktisch unmöglich einen gesellschaftlichen Konsens für zielgerichtete Veränderungen zu finden. Auf die Frage, wie er denn Bildung definieren würde, antwortet Martin Lindner:

„Bildung würde an dieser Stelle erstmal „sich bilden“ heißen. Also man muss sich erst mal klar machen, dass Bildung, so wie wir es gewohnt sind zu verwenden, ja eine Art abgeschlossenes, letztlich von oben geleitetes Unternehmen ist. Bildung ist sozusagen etwas, was man erhält, um das man nachsucht, und das einem dann gewährt wird. „Sich bilden“ – und das ist die eigentliche Bedeutung des deutschen idealistischen Bildungsbegriffs, der auf Goethe zurückgeht und auf Goethes Zeitgenossen, da geht es um „sich“ bilden. Also tatsächlich um Individuen, die ihre natürlichen Anlagen, die in ihnen schlummern „ausbilden“. Das ist die ursprüngliche Bedeutung, also etwas Dynamisches, etwas entfalten, was schon da ist, und zwar von innen nach außen, von unten nach oben. Und das ist im Bildungsbegriff ja komplett verloren gegangen. Da kommen wir wieder hin. Also, so gesehen gefällt mir der alte deutsche Bildungsbegriff eigentlich nicht schlecht, da steckt schon Einiges drin, was man wieder brauchen kann.“

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