It was a hit, it was a gas, it ws a smash: das Hamburger Educamp erwies sich erneut als Treffpunkt, Szenetreff und Familienfeier in Sachen Lernen und Lernen 2.0, wobei es im Vorfeld und Nachhinein zu heftigen Diskussionen kam. Womit es endgültig in der deutschen Bildungsdiskussion angekommen ist. Grund genug, unsere educamp-Reihe fortzusetzen und mit Thomas Bernhardt zu sprechen, einem der Gründer und Mitveranstalter, und ihn in zwei Teilen zur Geschichte, zur Gegenwart und zur Zukunft der Veranstaltungsreihe zu befragen. Hier der erste Teil der, sagen und hoffen wir mal wir mal, unendlichen Geschichte der educamps …
Den Abschluss der Expertenanhörung bildete die Meinung der geladenen Wissenschaftler zum Thema Web 2.0. Hier begann Dr. Jan Schmidt (@JanSchmidt) vom Hans-Bredow-Institut (Hamburg), der bereits über seinen Blog letzte Woche erfolgreich Meinungen für die Anhörung sammelte. In der Hoffung, dass er seine wirklich sehr aufschlussreichen Folien über Slideshare verfügbar macht, möchte ich hier nur unkommentiert die vorgestellten Prinzipien des Web 2.0 (angelehnt an ein Buch von Bruns 2009) vorstellen:
1. Offenheit und Kollaboration
2. Strukturiert, aber nicht strikte Hierarchie
3. Prozesse statt Produkte
4. Individueller Beitrag ohne individuellen Besitz
In der anschließenden Diskussion blitzte erstmals bei den Kommissionsmitgliedern ein meines Erachtens sehr kontrovers zum Thema Web 2.0 stehendes Paradigma durch. Für sie ist Wissen gleich Vorsprung/Macht, sozusagen „Wissenskapital“, das zu „Sozialkapital“ werden kann, wenn man z.B. Achtung durch (Mehr-)Wissen bei Anderen erzielen kann. Florian Meyer von der Forschungsstelle „Neue Kommunikationsmedien“ (Bamberg), der direkt anschließend seine Ausführung vorstellte, wies darauf hin, dass im Web 2.0 der stark verbreitet “Wissenskapitalismus” mit einem “Wissenskommunismus” konfrontiert wird. Eine letztlich sehr spannende Diskussion, die aber leider nicht weitergeführt wurde.
Abschließend stellte ich meine nunmehr eher als Randbemerkungen zu bezeichnenden Ausführungen (da ja fast alles bereits gesagt wurde) anhand des Leitfadens vor. Ich betontet nochmals die Abkehr von Insellösungen hin zur Nutzung von Schnittstellen, gerade in Bezug auf Social Networks. Auch versuchte ich nochmals die Mehrdimensionalität der Web-2.0-Bewegungen zu skizzieren und deren möglichen Implikationen auf die Wissenschaft/Hochschulen darzustellen. Die Präsentation hierfür erstellte ich übrigens erstmals mit Prezi, sie kann hier aufgerufen werden.
Sobald mir genauere Ergebnisse und die weitere Vorgehensweise der Kommission bekannt sind, werde ich darüber hier im Blog natürlich berichten.
Böse Zungen behaupten zwar “einst schuf Gott in seinem Zorn erst Münster und dann Paderborn”, aber es geschehen noch Zeichen und Wunder. Über eins twitterte gerade Thomas Bernhardt, thx, und ich zitiere aus der Pressemeldung:
Pressemitteilung, 26.05.09. Die Universität Paderborn ist mit dem Alleinstellungsmerkmal „Die Universität der Informationsgesellschaft“ in der deutschen Hochschullandschaft fest verankert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Fortentwicklung der Informationsgesellschaft in Hinblick auf Studium und Lehre. Mit PAUL, dem Paderborner Assistenzsystem für Universität und Lehre, wurde eine zentrale Organisations-, Informations- und Aktionsplattform geschaffen, mit der alle Bachelor- und Masterstudiengänge transparent, schnell und unkompliziert begleitet und administriert werden können.
Die logische Konsequenz ist nun, dass die Universität Paderborn alle Studienanfängerinnen und -anfänger im Wintersemester 2009/2010 mit Netbooks ausstattet, damit das Studium von Anfang an optimal organisiert werden kann. Das top-aktuelle 10-Zoll Netbook wird auf den täglichen Gebrauch in der Universität ausgelegt sein. Es wird wahlweise mit den Betriebssystemen Windows oder Linux genutzt werden können und von Beginn an im hochschulweiten Funknetz (W-LAN) einsetzbar sein. Die Nutzung der Netbooks für Präsentationen in Übungen und Seminaren wird an der Hochschule für die Studienanfänger Standard werden. Für darüber hinausgehende umfangreiche Berechnungen und Optimierungsaufgaben stehen den Studierenden in den Poolräumen der jeweiligen Fakultäten stationäre Rechner zur Verfügung.
Ein Thema, kein Thema? Twitter im Unterricht? Wie wärs mit einem Blick in das OnlineSeminar zum Thema Weblogs und Twitter? Initiator und educamp-Mitveranstalter Thomas Bernhardt:
In diesem Semester biete ich erstmals das Seminar “Lernen im ‘Mitmachnetz’” im Professionalisierungsbereich: Schlüsselqualifikationen an; dieser ist Teil der Lehrerausbildung an der Uni Bremen. Mit dem Ziel “Am Ende der Lehrveranstaltung sind die Studierenden in der Lage selbst Lehr-Lern-Szenarien unter Verwendung von Social Software zu konzeptualisieren und lernerfolgssteigernd einzusetzen.” versuche ich den angehenden LehrerInnen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man webbasierte Dienste praktisch im Unterricht und auch für seinen eigenen Lernprozess einsetzen kann …”
Oder gleich mal im Microformat nachgeschaut? Auch hier dreht sich alles um:
Die letzten Tage tweetete es aus Ilmenau bei Bremen immer wieder UefaCupmässig und je nach Torstand mal mehr, mal weniger euphorisch, was auf meinem desktop auffällt. Um es mal wertfrei zu sagen. Und zwar regelmässig. Seit Tagen. Das fällt auf.
Mir jedenfalls, denn so bekam ich was vom Cup, den Spielen und den Fangesängen mit. Ich lernte Hamburg, meine Perle auf youtube in der Westkurve kennen, wodurch wiederum Sören Stamers für mich bis dahin kryptischer Tweet vom Flughafen Hamburg plötzlich einen Sinn bekam – was Ihnen in diesem Text vielleicht gerade abgeht, verständlich, aber sei´s drum:
Das ewige Gewerder und meine parallele Lektüre von Norbert Bolz vereinten sich zu einem spontanen Besuch auf dem #bolzplatz, unter dem ich in den nächsten Tagen regelmässig Zitate aus den Büchern tweete, was gar nicht so einfach ist und unter 140 Zeichen bleiben muss. Aber das nur nebenbei, ich geh jetzt mal auf dem #bolzplatz!
Ich komm mit einem Espresso ausgerüstet am morgendlichen E-Feuer langsam in Schwung, Alexander Rausch hat auf facebook gleich meine neue Maschine kommentiert, Thomas Bernhard twittert aus Manchester, daß es heute mittag zum ersten Livestream kommt/kommen kann und könnte, bei E-Trude lese ich über diese Slides und hol sie mir aus der Originalquelle … um gleich mit dem UFO der Wild-Stiftung abzuheben. Ich liebe solche Vormittage!